Sunday, 08. May 2011

Vor einiger Zeit habe ich in einem Blog einen Artikel gelsesen, der mich sehr berührt hat. Es ging darum, ob wir Gott anklagen. Ich habe nun die Erlaubnis erhalten, den übersetzen Artkiel zu veröffentlichen. Ich hoffe er berührt euch ebenso, wie mich.

Klagst du Gott an? – John Loux

Den Artikel findet ihr wie immer auch unter der Rubrik “articles“, wo weitere interessante Dinge auf euch warten.

Viel Spass beim lesen.

Sunday, 20. March 2011

Wenn wir uns die Evangelien, eigentlich fast das komplette Neue Testament ansehen, dann stellen wir unweigerlich fest, dass fast alle Autoren Jesus mit eigenen Augen gesehen haben. Das Evangelium von Markus  beruht auf den Berichten von Petrus, somit nicht auf einer direkten Begegnung. Doch es gibt noch einen weiteren Autor, der Jesus nicht gesehen hat aber dennoch eine Vielzahl an Briefen geschrieben hat. Richtig, sein Name ist Paulus.

Die Jünger hatten einen Zugang zu Jesus, den wir heute leider in dieser direkten Form nicht haben: Sie sahen Jesus von Angesicht zu Angesicht. Die Jünger konnten Jesus direkte Fragen stellen, welche er teils in Gesprächen 1 on 1 beantwortete oder allen Jüngern erklärte. Die Jünger waren es, denen Jesus seine Gleichnisse nochmals erklärte. Sie hatten die Chance mit ihm zu wachsen, da sie die drei Jahre seines Dienstes mit ihm gingen.

Der Zugang von „Angesicht zu Angesicht“ ist heute leider nicht vorhanden. Paulus schreibt in Römer 9:30:

„… dass Heiden, obwohl sie nicht nach Gerechtigkeit strebten, Gerechtigkeit erhalten haben; aber eine Gerechtigkeit, die auf Vertrauen / auf Glauben gegründet ist.“

Glauben / Vertrauen / Hoffnung ist nicht gleich sehen. Dies macht Paulus an einer anderen Stelle, in Römer 8:24 klar:

„In dieser Hoffnung sind wir gerettet. Doch wenn wir sehen, worauf wir hoffen, dann ist das keine Hoffnung mehr – denn wer hofft auf das, was er bereits sieht?“

Die Jünger wussten, an wen sie glaubten. Sie hatten ihn gesehen, sind mit ihm umhergezogen, haben ihn beobachtet und sind mit ihm gewachsen. Sie haben die Wunder und Zeichen, welche er vollbracht hat, mit eigenen Augen gesehen und kannte die Kraft, die von IHM ausging. Doch was ist mit uns? Wir haben den Heiligen Geist, doch haben wir Jesus nicht von Angesicht zu Angesicht gesehen. Ich möchte hier nicht sagen, dass dies nicht möglich ist, ich denke es ist durch aus möglich, doch sind solche Begegnungen rein von der Anzahl her, recht selten. Aber wir können ohne weiteres mit Jesus kommunizieren, alleine durch die Hingabe seines Lebens am Kreuz und den Heiligen Geist der in uns wohnt.

Doch sehen wir uns einmal Paulus an: Dieser Mann ist nicht, wie die Jünger, mit Jesus gegangen und konnte somit auch nicht 1-to-1 Gespräche mit ihm führen. Er verfolgte die Christen anfangs sogar. Schauen wir heute aber in die Bibel, so stellen wir fest, dass viele der Briefe im Neuen Testament von ihm geschrieben wurden. Nun könnte man sagen: Ja, Paulus hatte aber auch eine Erscheinung Jesu. Dem stimme ich zu, dennoch hat er Jesus bei dieser Erscheinung nicht gesehen, er hat nur seine Stimme gehört, welche ihn fragte: „Warum verfolgst du mich?“

Also abgesehen von dieser Erscheinung, sehen wir in Paulus die gleichen Voraussetzungen, wie bei uns. Wir haben Jesus nicht gesehen, bisher nicht aber blicken wir zurück, so hat jeder von uns bei seiner Bekehrung Gottes Stimme gehört, in welcher Art und Weise auch immer. Somit sind wir genau dort, wo Paulus auch war. Was nicht heissen soll, dass wir die Christen verfolgt haben. Wir glauben an etwas, was wir nicht gesehen haben, haben Hoffnung auf etwas, wovon wir nur in der Bibel gelesen haben oder eine Offenbarung von Gott bekommen haben. Doch gesehen haben wir nichts, dennoch glauben wir, ebenso wie Paulus.

Er hat Jesus nicht gesehen, dass heißt, was Paulus von Gott erhalten und mit ihm erlebt hat, das können wir ebenso erhalten und erleben. In Paulus Leben sehen wir quasi den Lauf, welchen wir auch Laufen müssen / wollen / dürfen.

Paulus hatte den Heiligen Geist und dieser befähigte ihn zu allem, was er getan hat. Nehmen wir zum Einen seine Reden vor den Hohen Priestern oder dem Kaiser. Paulus wandelte in einem Glauben an Gott, der von nichts und niemandem erschüttert werden konnte, obwohl er Jesus nicht, zumindest nicht so wie die Jünger, gesehen hat. Aber bei seinen Reden legte Gott immer seine Worte in Paulus Mund. Paulus vertraute Gott zu 150%. Für ihn gab es kein Zweifeln an Gott.

Ich denke, das ist es, was wir heute vielleicht verlernt haben, dieses Vertrauen. Ich lerne es immer wieder aufs Neue. Doch bleibt uns eigentlich in unserem Leben mit Gott eigentlich etwas anderes, als unser Vertrauen auf ihn zu werfen? In meinen Augen nicht.