God of Wonders – Subzone März 2010
God of Wonders – Subzone März 2010
Wenn wir uns die Evangelien, eigentlich fast das komplette Neue Testament ansehen, dann stellen wir unweigerlich fest, dass fast alle Autoren Jesus mit eigenen Augen gesehen haben. Das Evangelium von Markus beruht auf den Berichten von Petrus, somit nicht auf einer direkten Begegnung. Doch es gibt noch einen weiteren Autor, der Jesus nicht gesehen hat aber dennoch eine Vielzahl an Briefen geschrieben hat. Richtig, sein Name ist Paulus.
Die Jünger hatten einen Zugang zu Jesus, den wir heute leider in dieser direkten Form nicht haben: Sie sahen Jesus von Angesicht zu Angesicht. Die Jünger konnten Jesus direkte Fragen stellen, welche er teils in Gesprächen 1 on 1 beantwortete oder allen Jüngern erklärte. Die Jünger waren es, denen Jesus seine Gleichnisse nochmals erklärte. Sie hatten die Chance mit ihm zu wachsen, da sie die drei Jahre seines Dienstes mit ihm gingen.
Der Zugang von „Angesicht zu Angesicht“ ist heute leider nicht vorhanden. Paulus schreibt in Römer 9:30:
„… dass Heiden, obwohl sie nicht nach Gerechtigkeit strebten, Gerechtigkeit erhalten haben; aber eine Gerechtigkeit, die auf Vertrauen / auf Glauben gegründet ist.“
Glauben / Vertrauen / Hoffnung ist nicht gleich sehen. Dies macht Paulus an einer anderen Stelle, in Römer 8:24 klar:
„In dieser Hoffnung sind wir gerettet. Doch wenn wir sehen, worauf wir hoffen, dann ist das keine Hoffnung mehr – denn wer hofft auf das, was er bereits sieht?“
Die Jünger wussten, an wen sie glaubten. Sie hatten ihn gesehen, sind mit ihm umhergezogen, haben ihn beobachtet und sind mit ihm gewachsen. Sie haben die Wunder und Zeichen, welche er vollbracht hat, mit eigenen Augen gesehen und kannte die Kraft, die von IHM ausging. Doch was ist mit uns? Wir haben den Heiligen Geist, doch haben wir Jesus nicht von Angesicht zu Angesicht gesehen. Ich möchte hier nicht sagen, dass dies nicht möglich ist, ich denke es ist durch aus möglich, doch sind solche Begegnungen rein von der Anzahl her, recht selten. Aber wir können ohne weiteres mit Jesus kommunizieren, alleine durch die Hingabe seines Lebens am Kreuz und den Heiligen Geist der in uns wohnt.
Doch sehen wir uns einmal Paulus an: Dieser Mann ist nicht, wie die Jünger, mit Jesus gegangen und konnte somit auch nicht 1-to-1 Gespräche mit ihm führen. Er verfolgte die Christen anfangs sogar. Schauen wir heute aber in die Bibel, so stellen wir fest, dass viele der Briefe im Neuen Testament von ihm geschrieben wurden. Nun könnte man sagen: Ja, Paulus hatte aber auch eine Erscheinung Jesu. Dem stimme ich zu, dennoch hat er Jesus bei dieser Erscheinung nicht gesehen, er hat nur seine Stimme gehört, welche ihn fragte: „Warum verfolgst du mich?“
Also abgesehen von dieser Erscheinung, sehen wir in Paulus die gleichen Voraussetzungen, wie bei uns. Wir haben Jesus nicht gesehen, bisher nicht aber blicken wir zurück, so hat jeder von uns bei seiner Bekehrung Gottes Stimme gehört, in welcher Art und Weise auch immer. Somit sind wir genau dort, wo Paulus auch war. Was nicht heissen soll, dass wir die Christen verfolgt haben. Wir glauben an etwas, was wir nicht gesehen haben, haben Hoffnung auf etwas, wovon wir nur in der Bibel gelesen haben oder eine Offenbarung von Gott bekommen haben. Doch gesehen haben wir nichts, dennoch glauben wir, ebenso wie Paulus.
Er hat Jesus nicht gesehen, dass heißt, was Paulus von Gott erhalten und mit ihm erlebt hat, das können wir ebenso erhalten und erleben. In Paulus Leben sehen wir quasi den Lauf, welchen wir auch Laufen müssen / wollen / dürfen.
Paulus hatte den Heiligen Geist und dieser befähigte ihn zu allem, was er getan hat. Nehmen wir zum Einen seine Reden vor den Hohen Priestern oder dem Kaiser. Paulus wandelte in einem Glauben an Gott, der von nichts und niemandem erschüttert werden konnte, obwohl er Jesus nicht, zumindest nicht so wie die Jünger, gesehen hat. Aber bei seinen Reden legte Gott immer seine Worte in Paulus Mund. Paulus vertraute Gott zu 150%. Für ihn gab es kein Zweifeln an Gott.
Ich denke, das ist es, was wir heute vielleicht verlernt haben, dieses Vertrauen. Ich lerne es immer wieder aufs Neue. Doch bleibt uns eigentlich in unserem Leben mit Gott eigentlich etwas anderes, als unser Vertrauen auf ihn zu werfen? In meinen Augen nicht.
“Freut euch und jubelt ohne Ende über das, was ich nun schaffe!”
(Jes. 65,18)
Diesen Vers habe ich gestern im Hauskreis als Jahreslosung gezogen. Irgendwie passt es zu meinem letzten Eintrag. “I have a plan for you…” Als ich den Vers gestern gezogen habe, war mein erster Gedanken: “Naja, das sagt mir jetzt mal gar nichts.” Nachdem ich aber ein wenig drüber nachgedachte hatte und das letzte Jahr nochmal Revue passieren lassen habe, wurde mir langsam klar, dass Gott einen Plan haben muss und ich mich eigentlich freuen sollte, dass er einen Plan hat. Auf einmal machte dieser Vers Sinn.
Nachdem die letzten drei Monate 2010 recht hart für mich waren, Dinge passiert sind, denen ich lieber aus dem Weg gegangen wäre, spricht Gott quasi zu mir und sagt: “Hey Rapha, freu dich, jubel über das, was ich tun werde. Ich habe einen Plan und er wird dich umhauen.” Vorfreude nennt man das dann wohl.
Aber war schafft er Neues? Ich denke er hat bereits begonnen. Nachdem ich mich letztes Jahr im April oder Mai entschlossen hatte, nicht mehr im Gebetsraum in Winterthur mitzuarbeiten, stand ich komplett ohne Anschluss an andere Christen hier in der Schweiz da. Ich hatte Anfangs aber noch den Eindruck, dass es für eine gewisse Zeit durchaus gut ist und solange dieser Eindruck bestand hatte, habe ich nichts weiter unternommen. Im Oktober hatte ich schliesslich dann den Eindruck, dass es wieder Zeit ist, Anschluss zu finden. Und irgendwie hatte Gott wieder alles vorbereitet und seit dieser Woche, genauer gesagt, seit gestern, gehe ich in die Schleife und war gestern zum ersten Mal in der Hauszelle. Ich bin gespannt, wie es sich entwickeln wird. Für ein Fazit ist es jetzt noch zu früh, dazu in ein paar Monaten mehr.
Doch damit hörte es nicht auf, durch einen zugeschickten Link wurde ich auf eine Worship Schule in Neuseeland aufmerksam. InFlame Worship School heisst diese Schule. Ich hatte schon länger drüber nachgedacht, irgendeine Schule zu mache, sei es eine DTS oder irgendetwas anderes aber ich hatte nie etwas gefunden, was mich wirklich angesprochen hat. Bis mir eben nun dieser Link zugeschickt wurde. Diese Schule spricht mich sehr an, da ich dadurch vielleicht Schritte in Richtung meiner Berufung machen kann. Die ersten Gespräch mit meinem Chef sind schon gelaufen, die Chancen auf 3 Monate unbezahlten Urlaub stehen gut. Ich sehe diese Tatsache als erste Tür, welche Gott geöffnet hat. Er hat einen Plan und er wird wissen, wie er diesen voll zur Entfalltung bringen kann. Es bleibt spannend. Noch ist nichts entschieden, aber die ersten Hürden sind schonmal aus dem Weg geräumt.
Gott scheint wirklich etwas neues zu schaffen in meinem Leben. Ich bin gespannt, was auf mich zukommt.
“Freut euch und jubelt ohne Ende über das, was ich nun schaffe!”
Come away with me, Come away with me
It’s never too late, it’s not too late
It’s not too late for you
I have a plan for you
I have a plan for you
It’s gonna be wild
It’s gonna be great
It’s gonna be full of me
Open up your heart and let me in
(Jesus Culture – Come Away)
Come away with me… Wie gerne würde ich manchmal einfach die Segel streichen und abhauen. Es gibt Zeiten im Leben, da denkt man sich: “Was soll der Mist eigentlich?” Immer wieder befinden wir uns an solchen Punkten und eigentlich gibt es auch jedes Mal nur einen Ausweg: “Open up your heart and let me in.” Doch genau hier scheitern wir wohl am meisten, zumindest geht es mir so. Am Ende schaue ich dann zurück und stelle fest, auch wenn ich mich 1000 km weit weg von Gott gefühlt habe, war er mir näher als je zuvor.
“Come away with me…” – eine Aufforderung von Gott an mich. Er fordert mich auf: “Komm mit, ich habe einen Plan und er ist grösser als du es dir vorstellen kannst. Es ist mein Plan für dich, nicht dein Plan.” Hier passt dann wohl wieder der Vers aus den Sprüchen: “Der Mensch denkt, Gott lenkt.” Gott hat einen Masterplan, welchen wir nicht sehen. Wir sehen die momentanen Umstände, dass was uns runterzieht und fertig machen will. Wir schaffen es kaum über den Tellerrand zu schauen, wenn wir es überhaupt schaffen. Es ist wie ein Puzzel, Gott sieht das fertige Puzzel, wir nur einzelne Teile, vielleicht auch schon ein paar welche zusammen gesetzt sind. Aber wir sehen nie das gesamte Bild.
Manchmal wünsche ich mir, dass Gott mir zumindest das nächste und übernächste Teil zeigt, damit ich vielleicht etwas verstehe, was gerade abläuft. Immer wieder muss ich aufs neue lernen, Ihm, der alles in der Hand hat zu vertrauen. Immer wieder ist es schwer und es fühlt sich teilweise so an, als hätte ich es vom letzten Mal schon wieder verlernt. Aber am Ende habe ich bisher noch immer zurück geschaut und musste sagen: “Wow, es steckte ja wirklich Gottes Masterplan dahinter.”
Gott hat einen “Masterplan” für jeden von uns. Wir sehen ihn wahrscheinlich immer erst dann, wenn wir durch eine harte Zeit durch und quasi wieder “obenauf” sind. Wie der Wanderer, der durch ein Tal geht, überall nur Berge um sich herum sieht und schliesslich, wenn er oben auf dem nächsten Berg ankommt, kann er wieder weit schauen, blickt zurück und kann auf einmal das Tal, durch welches er zuvor gewandert ist, in vollem Umfang überschauen. Ich für meinen Teil bin mir sicher, dass Gott immer etwas vor hat. Er lässt Dinge passieren, um uns, mal mehr mal weniger schmerzhaft, aber immer in Liebe zurück auf den richtigen Weg zu bringen. Also liegt das Geheimnis doch darin, Gott das Ruder zu überlassen. Es ist schwer, ich kämpfe immer wieder aufs Neue damit. Oft denke ich, jetzt hast du es geschafft und sage: “God is in control.” Und dann kommt der nächste Tiefschlag des Lebens und ich versuche doch wieder voll aus eigener Kraft wieder auf die Beine zu kommen. Und am Ende kapiere ich dann wieder, dass es eigentlich nur einen Weg gibt. Wie im Song “Rooftops” von Jesus Culture: “Here I am, I stand with arms wide open…” Sorry, ich finde immer wieder Songs, die gerade perfekt passen und mich ein stückweit tragen und mir helfen. Und deshalb hier noch ein Auszug vom Song “Rooftops”:
So I shout out your name from the rooftops I proclaim
That I am Yours, I am Yours
All that I am I place into Your loving hands
And I am Yours, I am Yours
Here I am, I stand with arms wide open
To the one, the son, the everlasting God.
(Jesus Culture – Rooftops)
Wir müssen lernen, Gott im Kleinsten zu vertrauen. Er hat einen Masterplan, der über alles hinaus geht, was wir uns je vorstellen können. Aber um diesen Weg mit Ihm zu gehen, müssen wir uns selbst aufgeben und Ihm voll und ganz vertrauen.
Er weiss, was er tut. Wir wissen selten, was wirklich gut für uns ist. Ich für meinen Teil möchte Gott wirklich in allem Vertrauen aber loslassen und Ihm die Führung zu überlassen ist nie leicht. Ich denke jedoch, dass es auf jeden Fall das Beste ist, was man tun kann und gleichzeitig scheitere ich immer und immer wieder und erkenne, dass ich Ihm hier und da doch noch nicht vertraue.